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Game Design Choices - Animal Crossing: New Horizons

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Selbst überzeugte Nicht-Konsoleros werden manchmal von Titeln in den Bann gezogen, die man auf den ersten Blick eventuell gar nicht spielen würde. Bei mir passiert mit Animal Crossing. Klar, Corona-Zeit spielt auch mit rein. Viel Zeit zum Totschlagen wenn man viel zu Hause ist.
Wie bei jedem Titel Gibt es auch bei Animal Crossing was zu meckern. Ich mag das Spiel. Total entspannend, knuffig bis zum Abwinken. Aber mache Dinge ... Reden wir mal drüber.

Hardware-Lock

Sofort sauer aufgestoßen, direkt nach dem Kauf. Wir teilen uns zu Hause eine Switch, und haben zwei Accounts drauf. Spiele kann man üblicherweise mit beiden Accounts Spielen. Jeder bekommt sein eigenes Savegame. So wie das schon immer war, und so erwartet man das als Spieler auch. Nicht so bei Animal Crossing, und das ist definitiv eine Warnung:

  • Das Spiel erlaubt nur eine Insel pro Konsole. Keine Ausnahme. Alle Spieler die sich eine Konsole teilen, müssen auf der selben Insel spielen
  • Der erste Spieler der das Spiel startet, wird zum Inselsprecher. Nur der erste Spieler kann in der Anfangszeit wichtige Quests machen, den Fortschritt vorantreiben, und Entscheidungen über die Insel treffen.
  • Progress Lock: Wenn der Inselsprecher bestimmte Quests oder Aufgaben nicht abschließt, bleibt der Progress des Spiels für alle Anderen Spieler ebenfalls versperrt. Die meisten Gameplay Loops lassen sich als Slave (Ich nenn Spieler 1+n mal so) auch genießen, aber eben nicht alle.

Gerade der Umstand, dass nur ein Spieler wirklich das ganze Spiel spielen kann, ist dann doch eher ein Armutszeugnis. Kaum vorstellbar, dass ein Unternehmen wie Nintendo den Verkauf von mehr Konsolen über das eigene Image stellt. Animal Crossing ist definitiv ein Familien-Spiel, und super für Kinder geeignet. Jetzt gehe ich mal davon aus, dass in Haushalten mit mehreren Kindern in den allermeisten Fällen nur eine Switch vorhanden ist. Eben weil sich die Konsole und die Spiele normalerweise super mit mehreren teilen lassen. Es ist davon auszugehen, dass die Kinder sich die Köpfe darüber einschlagen, wer der Inselsprecher wird, wer wann was machen darf, und weil wieder jemand die Blume aus dem Garten des Anderen geklaut hat. Das sollte man auf jeden Fall bedenken, wenn man vorhat, das Spiel mit der Familie zu spielen. Die einfachste Lösung wäre, einen Elternteil als Inselsprecher festzulegen, das setzt aber voraus, dass ein Elternteil auch spielt, und auch die Handlung vorantreibt, damit den Kindern nicht irgendwann langweilig wird, weil Mama das Museum nicht ausgebaut hat.

Keine Cloud Saves

Nintendo hat Cloud Saves nicht implementiert. Bedeutet im Folgenden:

  • Besitzt man mehrere Konsolen, muss man sich vorher für die Entscheiden, auf der man am meisten Spielt. Ist schon wichtig. Man muss davon ausgehen, dass es eventuell User gibt, die zu Hause eine Switch und für unterwegs eine Switch Lite benutzen. In dem Fall kann nur auf einem Gerät das eigene Savegame gespielt werden.
  • Es gibt eine Ausnahme: Nintendo hat Cloud Recovery angekündigt. Im Fall eines Defekts oder Diebstahls oder sonstigem Verlust der Hardware kann das Savegame über die Cloud wiederhergestellt werden. Geht aber nur für Nintendo Online-Abo-Kunden.

Kapitalistische Tendenzen in Designfragen

Es wird relativ schnell klar, warum manche Eintscheidungen getroffen wurden. Bei anderen ist das Ganze nicht immer so offensichtlich:

Der Hardware-Lock dient eigentlich ziemlich eindeutig nur einem einzigen Zweck: Mehr Konsolen zu verkaufen. Wenn man das Spiel nur sinnvoll mit einer Konsole pro Person spielen kann, ist das eine ziemlich naheliegende Verkaufsförderungsmaßnahme. Ist leider so ein wenig auch in die Hose gegangen, weil die Switch derzeit überall ausverkauft ist, und Nintendo die Produktion wieder hochfahren musste.

Das Fehlen von Cloud Saves wird von Nintendo damit begründet, man wolle Spielern weniger Möglichkeiten zum Cheaten mit Zweitaccounts und Farming-Inseln geben. Der allgemeine Tenor der Community dazu ist, diese Begründung hinke, weil das Spiel kein kompetitiver Multiplayer-Titel ist, sondern mehr eine Singleplayer Sandbox mit bunten Tierchen.

Diese Ansicht stimmt nur zum Teil. Natürlich bringt es relativ wenig, sich im Spiel Dinge zu ercheaten, weil man nicht direkt irgendeinen 'Vorteil' daraus zieht (Abgesehen vom Neid anderer Spieler). Hier muss man aber auch wieder Nintendos Standpunkt sehen: Das Cheaten in Spielen führt - wenn man die gesamte Spielerbasis betrachtet - Eher zu weniger Langzeitmotivation, weniger Spielstunden, und weniger Involvement. Meist wird nicht gesehen, dass wenig Involvement natürlich auch dazu führt, dass das Spiel irgendwann liegenbleibt, ebenso wie die aktive Spielerbasis, und damit natürlich auch die ganzen DLCs, die garantiert irgendwann mal verkauft werden sollen. Also ja: Cheating in Singleplayer Games schadet. Zwar mehr dem Hersteller, als den anderen Spielern, aber es ist definitiv schädlich.

Jetzt kann man sich natürlich selbst ein Bild davon machen, was man von all dem hält. Der Hardware Lock kann ein Killer für Mehrpersonenhaushalte und für Streit unter den Kindern sein. Nicht jeder kann sich eine zweite (oder dritte oder vierte) Switch leisten. Dass Cloud Saves fehlen, wird der Durchschnittsnutzerin erst auffallen, wenn das eigene Savegame kaputt geht, und man sich dann überlegen muss, ob man zur Rettung der eigenen Insel Zeit in die Auseinandersetzung mit Nintendo und Geld in ein Online-Abo investieren will.

Alle sin Allem wird so langsam deutlich, dass selbst Unternehmen wie Nintendo, die schon immer als sehr Nutzer-, Familien- und Kinderfreundlich daherkamen, genau wie alle Anderen dem Turbokapitalismus verfallen. Solche Verhaltensweisen kennt man sonst nur von EA und Konsorten.

hackmud

hackmud

Schaut euch mal hackmud an: ein Hacking-MMO, basierend auf einem gesandboxten Subset von JavaScript. Nach 3-stündigen Tutorial samt Einführung in die Syntax tummelt man sich zusammen mit anderen Spielern in einer virtuellen Welt und versucht sich gegenseitig dazu zu bringen, mehr oder weniger elaborierte eigene Skripte auszuführen, um an die Knete des jeweils Anderen zu kommen.

Gibt's im Humble Store, bei itch.io, oder bei Steam.

Star Wars: Battlefront: Origin-Download-Shizzle

Tolles Feature: Ein Game hat ein Minigame, welches man bereits nach 20% des Downloads spielen kann.

Doofes Feature: Man will den Download laufen lassen, während man was Anderes macht. Der Download hält nach 20% an und wartet darauf, dass man besagtes Minigame startet. Nach 6 Stunden kommt man wieder und wundert sich.

Wer so mit den Erwartungen der User umgeht, bekommt's normalerweise mit dem Usability-Paddel. Mehrfach.

Angezockt: Just Cause 3


Tjaja. Weihnachtszeit. Endlich mal ein paar Tage am Stück frei, und Zeit, mal wieder was zu zocken. In meinem Fall Just Cause 3.

Auch hier (vgl. Metal Gear Solid V) Ist es mein erster Just Cause-Teil. Man kommt trotzdem recht gut in die Story rein, und die Charaktere sind wundervoll. Vom liebevoll-naiv-sozial gestörten Mario über die teils durchgeknallte Wissenschaftlerin Dimah bis hin zum Zwangsradiomoderator, der im Inselradio immer wieder hanebüchene Ausreden erfindet, warum mal wieder eine Militärbasis des Diktators Di Ravelli in Flammen aufging. Herrlich. Vor allem in der Originalvertonung auf Englisch.

Eine riesige Inselgruppen (1000 km^2) wartet darauf, dem eisernen Griff von Di Ravioli Di Ravelli entwunden zu werden. Schaut's euch an, lohnt. Die Menge an Bumm und Peng und Feuer ist kaum in einem Spiel je erreicht worden. Grandios inszeniert.

Zwar merkt man immer mal wieder den Fokus auf die niedere Konsolenrasse, besonders bei Kamerakontrolle und Fahrzeughandling. Hier hat man wohl einfach schlicht vergessen, das auch mit Tastatur und Maus zu testen. Kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass so etwas durch die QA geht. Die Story und das Spiel selbst entschädigen aber für sowas.

Schauts euch an, lohnt sich.

Konami, und wie man seinen Spielern effektiv ans Bein pisst

Metal Gear Solid V - The Phantom Pain

Konami fuckt gerade seine Spielerschaft mit dem Patch 1.04 für MGSV ab.

Ingame-Geld wird nun teils online, teils offline verwaltet. Meldet man sich ab (oder schmiert ein Server weg), läuft man Gefahr in die roten Zahlen zu rutschen. Die Männer der Privatarmee prügeln sich nur noch und desertieren, und man torpediert damit seine ganze Singleplayer-Kampagne.

Shitstürmchen gibts an allen Ecken und Enden.

Wer auf die Idee gekommen ist, eine Offline-Steuer einzuführen ... man weiß es nicht. Dass das etwas mit den kaufbaren 'Anti-Player-Raid-Versicherungen' zu tun hat: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Ein ganz großer Kackhaufen auf einem Spiel, das von seinem sonstigen Inhalt her eher GOTY-Verdächtig ist. Schade, Schokolade. Muss ich mich halt weiter um Fallout 4 kümmern. Tatos gießen, 'wissenschon.